Erziehungsstile
Autokratischer Erziehungsstil
- Informationen, Erklärung, Definition, Begriffsbestimmung -
Der autokratische Erziehungsstil basiert auf einer klaren Hierarchie und der Ausübung von Autorität. Die Kontrolle und Macht liegen fast ausschließlich beim Erziehenden, während der zu Erziehende kaum Mitspracherecht hat. Die Meinung und Bedürfnisse des Kindes oder Jugendlichen werden weitgehend ignoriert, und eigene Gedanken sowie Kritik sind meist unerwünscht. Entscheidungen werden von der autoritären Person getroffen, ohne Rücksprache oder Erklärung. Eigenständigkeit, Kreativität und Eigeninitiative des zu Erziehenden werden stark eingeschränkt. Der Fokus liegt auf Gehorsam, Disziplin und der Einhaltung von Regeln, die oft streng und unflexibel sind.
Merkmale des autokratischen Erziehungsstils
- Klare Hierarchie: Der Erziehende hat die absolute Kontrolle und erwartet uneingeschränkten Gehorsam.
- Fehlende Partizipation: Die Meinung des zu Erziehenden wird nicht berücksichtigt.
- Strenge Regeln: Es gibt klare, oft starre Regeln, die ohne Diskussion befolgt werden müssen.
- Strafen statt Belohnungen: Fehlverhalten wird häufig mit Strafen sanktioniert, Lob und positive Verstärkung sind selten.
- Wenig emotionale Nähe: Die Beziehung ist oft distanziert, und es fehlt an Wärme und emotionaler Unterstützung.
Nachteile des autokratischen Erziehungsstils
- Mangel an Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit: Kinder, die autoritär erzogen werden, entwickeln oft kein gesundes Selbstbewusstsein, da ihre Meinungen und Bedürfnisse ständig unterdrückt werden. Sie haben Schwierigkeiten, selbstständig Probleme zu lösen.
- Geringe Kreativität und Innovationsfähigkeit: Durch die fehlende Förderung von Eigeninitiative lernen Kinder nicht, eigene Ideen zu entwickeln oder unkonventionelle Lösungen zu finden.
- Minderwertigkeitsgefühle und Selbstzweifel: Ständige Kritik und das Gefühl der Bedeutungslosigkeit führen oft zu einem negativen Selbstbild und tiefen Selbstzweifeln.
- Aggressives Verhalten als Kompensation: Um ihre Minderwertigkeitsgefühle zu kompensieren, können Kinder Macht über Schwächere ausüben und aggressives Verhalten zeigen.
- Erhöhtes Risiko für Angststörungen und Depressionen: Die emotionale Kälte und strenge Erziehung können langfristig zu Angststörungen und Depressionen führen.
- Fehlende soziale Kompetenzen: Autoritär erzogene Kinder haben oft Schwierigkeiten, empathische Beziehungen aufzubauen und sich in sozialen Kontexten zurechtzufinden.
Langfristige Auswirkungen
Auf lange Sicht kann der autokratische Erziehungsstil dazu führen, dass betroffene Personen als Erwachsene entweder sehr unsicher und abhängig von äußeren Autoritäten sind oder selbst autoritär agieren, da sie dieses Verhalten verinnerlicht haben. Ihre Fähigkeit, eigenständig Entscheidungen zu treffen, ist eingeschränkt, und sie haben oft Probleme, Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen.
In beruflichen Kontexten neigen diese Menschen dazu, sich Autoritätspersonen kritiklos zu unterwerfen oder selbst die Kontrolle zu übernehmen, ohne auf die Bedürfnisse und Meinungen anderer einzugehen, was zu Konflikten führen kann.
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